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Bites / Bisse
(Bites)

Politisches Theater, vor allem mit einem dramatischen Stoff, ist immer verbales Theater. Kay Adshead aber geht einen anderen Weg, einen Weg über Bilder und Imagination, Bildersprache. Ihr Stück BITES / BISSE spielt in einem kleinen Restaurant am Rande eines vom Krieg zerrissenen Landes. Die sieben Szenen sind wie Menüpunkte einer Speisekarte gelistet: die Welt ist in den Augen der Autorin gespalten in ein verfressenes Texas und ein hungerndes Kabul. In den Staaten ist Gott Amerikaner, und exzessives Essen symbolisiert eine Kultur des Überflusses und der Verschwendung; ein Lokal, in dem protzige Kunden die eingewanderten Serviererinnen anmachen und beleidigen. Als Kontrast wird Afghanistan als ein Land der Härte gezeigt, in dem sogar Wasser kostbare Mangelware ist. Während die Yankees sinnlos die Zeit mit Eidechsenschiessen totschlagen, versuchen die Afghanen immer und in jeder Lage Nahrung aufzustöbern. Adshead beschreibt, wie Männer Frauen unterdrücken, egal ob sie einen Minirock oder eine Burka tragen. Eine Szene zeigt afghanische Frauen, die sich mit verbotener Eiscreme voll stopfen, eine andere einen Guantanamo-Insassen, dessen ironisches Geständnis ernst genommen wird. Die Moralpredigt einer texanischen Priesterin gegen die Abtreibung ist ein scharfer Verweis darauf, wie manche Frauen andere unter Druck setzen. BITES/BISSE ist ein kraftvolles, unbekümmertes Stück voller Surrealismus und Satire. Der Effekt ist wie das Beobachten einer eiternden Wunde, faszinierend und Horror einflössend zugleich. Das Stück beweisst, dass heftige politische Fakten auch sehr unterhaltsam sein können. UA Februar 2005 The Bush Theatre London DEA 22. Mai 2008 Theater Engelbrot Berlin in Koproduktion mit Rom